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Internationales Frauenfilmfestival erstmals mit Audiodeskription: „Becoming Black“

Internationales Frauenfilmfestival Köln 2020:
Eröffnungsfilm „Becoming Black“ (Deutschland-Premiere) mit Audiodeskription

BECOMING BLACK
D 2019, Dokumentarfilm, 91 Minuten
Regie: Ines Johnson-Spain

Synopsis
Anfang der 60er Jahre in der DDR: Sigrid aus Leipzig verliebt sich in Lucien, einen Studenten aus Togo, und wird schwanger. Doch sie ist bereits mit Armin verheiratet, mit dem sie einen Sohn hat. Ihre dunkelhäutige Tochter lässt das Ehepaar in dem Glauben, dass ihre Hautfarbe Zufall sei und keine Bedeutung habe, bis sie als Teenager durch einen Zufall die Wahrheit entdeckt. Jahrzehnte später, lange nachdem sie die Familie ihres leiblichen Vaters in Togo kennengelernt hat, rekonstruiert sie als Protagonistin und Autorin ihre Familiengeschichte in einem Film.

Audiodeskription: Deutsche Hörfilm gemeinnützige GmbH, für das ZDF

AD im Saal via Greta-APP
Mi, 09.09.2020 18:30 Uhr Filmpalast, Festivaleröffnung
Do, 10.09.2020 20:30 Uhr Filmforum
Sa, 12.09.2020 20:30 Uhr Schauburg Dortmund

Familienfoto aus den 1960er Jahren: Armin, Sigrid, Ines und ihr Bruder sitzen auf einem mit Gras und Kiefern bewachsenen Abhang und schauen zum Fotografen. Armin, Sigrid und Ines lächeln, der Bruder schaut grimmig.

Zum Film:

»In einem Land, in dem jede Abweichung von der Norm als existenzielle Bedrohung angesehen wurde, muss die Geburt eines schwarzen Kindes ein Politikum gewesen sein.« – Ines Johnson-Spain
Anfang der 60er Jahre in der DDR: Sigrid aus Leipzig verliebt sich in Lucien, einen Studenten aus Togo, und wird schwanger. Doch sie ist bereits mit Armin verheiratet, mit dem sie einen Sohn hat. Ihre dunkelhäutige Tochter lässt das Ehepaar in dem Glauben, dass ihre Hautfarbe Zufall sei und keine Bedeutung habe, bis sie als Teenager durch einen Zufall die Wahrheit entdeckt. Jahrzehnte später, lange nachdem sie die Familie ihres leiblichen Vaters in Togo kennengelernt hat, rekonstruiert sie als Protagonistin und Autorin ihre Familiengeschichte in einem Film.

In emotionalen und offen geführten Gesprächen mit ihrem Stiefvater Armin wird die Atmosphäre des Schweigens und der Verdrängung eindrücklich spürbar. Langsam wird klar, wie das soziale Umfeld gestrickt sein muss, um eine dermaßen gravierende Verleugnung von Fakten möglich zu machen. Auch hier ist das Private politisch. In Auseinandersetzung mit der eigenen Identität geht Ines Johnson-Spain dem alles überschattenden Tabu ihrer Kindheit auf die Spur und legt zeitgleich exemplarisch den strukturellen Rassismus in der DDR offen.

In Verbindung mit dem berührenden Treffen mit ihrer spät gefunden togolesischen Familie wird der Film zu einer Reflexion über Identität, Familienkonzepte und soziale Normen. Von den 1960er Jahren in Ost-Berlin bis in die Gegenwart entfaltet sich in diesem intimen, berührenden Selbstporträt eine kluge und bisher ungeschriebene deutsche Historie.


Biografie von Ines Johnson-Spain
Ines Johnson-Spain lebt in Berlin und ist Filmemacherin. Sie war viele Jahre als Kulissenmalerin und Szenenbildnerin am Theater und bei verschiedenen internationalen Filmproduktionen tätig. Johnson-Spain lehrt derzeit Bühnenmalerei an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Seit 2002 entwickelt und inszeniert sie ihre eigenen Dokumentarfilmprojekte. Ihre Arbeit konzentriert sich auf intime Porträts rund um die Themen Identität und Zugehörigkeit. Der autobiografische Film Becoming Black ist ihr Langspielfilm-Debüt. Ihre Filme wurden weltweit auf zahlreichen renommierten Filmfestivals sowie in Galerien und Ausstellungen gezeigt.

(Quelle: Festival-Katalog)