Häufig gestellte Fragen
Welche Filme werden als Hörfilm bearbeitet?
Wie kann man an Hörfilmen mitarbeiten?
Filme ohne Bilder? Das ist Alltag für die fast 700.000 nichtsehenden Menschen in Deutschland. 80% von ihnen nutzen das Fernsehen als vorrangiges Informations- und Unterhaltungsmedium.
Das Radio ist für Blinde kein Ersatz für das Fernsehen. Das Unterhaltungsprogramm des Fernsehens ist Bestandteil unserer Alltagskultur, es ist Gesprächstoff am Arbeitsplatz, in der Familie. Verständlich auch, dass ein blindes Familienmitglied sich nicht ausschließt, wenn alle zusammensitzen und etwa den sonntäglichen "Tatort" anschauen. Weiteres Motiv: Wer sein Leben lang Filme gesehen hat, mit dem Fernsehen groß geworden ist, wird auch dann nicht auf dieses Medium verzichten wollen, wenn das Sehen nachlässt.
Bei Spielfilmen, Serienfolgen und Dokumentationen ist es für Blinde oft schwierig, der Handlung zu folgen. Dann sind Hinweise notwendig, die erklären, was im Bild vor sich geht. Akustischen Untertiteln vergleichbar, beschreibt eine Audiodeskription in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen. Audiodeskription heißt das Verfahren, das aus einem Film einen Hörfilm macht. Die Audiodeskription eröffnet Blinden und Sehbehinderten einen direkten Zugang zur Bilderwelt des Films.
Welche Filme werden als Hörfilm bearbeitet?
Die im Fernsehen ausgestrahlten Filme mit Audiodeskription werden nach verschiedenen Kriterien ausgewählt. Wichtig sind dabei folgende Aspekte: Hat der Film ein großes Publikum gefunden? Gehört er vielleicht zum Kanon der Filmklassiker? Handelt es sich um eine Eigenproduktion des Senders mit hoher Wiederholungsprognose in anderen Programmen? Bei Fremdproduktionen: Wieviele Wiederholungen sind innerhalb der bestehenden Lizenz noch möglich? Wird der Film auf einem attraktiven Sendeplatz ausgestrahlt? Kann der betreffende Film in einer Mono-Version ausgestrahlt werden?
Die Bildbeschreibungen der Hörfilme werden von speziell ausgebildeten Filmbeschreibern getextet. Sehende und Blinde bzw. Sehbehinderte erarbeiten gemeinsam die Audiodeskription, die möglichst knapp und ausdrucksstark sein soll. Die Mitwirkung eines Nichtsehenden ist sehr wichtig, da es für Sehende oft nicht nachvollziehbar ist, welche Informationen ein Blinder einem komplexen akustischen Gefüge wie einer Tonspur entnimmt.
In ein bis zwei Durchläufen wird der Film einer ersten Analyse unterzogen. Dabei werden u.a. folgende Fragen geklärt: Wie ist der Wechsel von Haupt- und Nebenhandlungsebenen? Gibt es Zeitsprünge, Rückblenden, Traumsequenzen? Welche Figuren, welche Orte müssen detailliert beschrieben werden? Wo ist dies möglich?
Dann wird der Film Szene für Szene bearbeitet. Ständiges Verknappen der beschreibenden Texte gehört zu den wichtigsten Aufgaben, da die Lücken zwischen den Dialogen in der Regel nicht viel Platz für Einfügungen lassen und die Atmosphäre des Films erhalten bleiben soll.
Die Audiodeskription wird dann im Tonstudio aufgenommen, mit der Originaltonspur abgemischt und auf die zweite Spur des Sendebandes kopiert.
Wie kann man an Hörfilmen mitarbeiten?
Die Deutsche Hörfilm gGmbH bildet aus im Bereich Filmbeschreibung / Audiodeskription. Aktuelle Informationen zu Grund- und Fortbildungsseminaren sowie Bewerbungsmodalitäten erhalten Sie unter info@hoerfilm.de.